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Technischer Ratgeber

Enteisenungsanlage für Brunnenwasser richtig auslegen

Eisen, Mangan und Schwefelwasserstoff sind die drei häufigsten Gründe, warum eigenes Brunnenwasser nicht verwendbar ist. Dieser Ratgeber erklärt, wie eine Filteranlage diese Stoffe ohne Chemikalien entfernt, welches Filtermaterial dahintersteckt, welche Pumpenleistung Sie tatsächlich brauchen und in welchen Situationen sich welche Baugröße eignet.

FiltermaterialKatalox LightZeolith mit 10 % Mangandioxid-Beschichtung, hergestellt in Deutschland
Arbeitsbereich pH5,8 – 10Weiterer Bereich als bei klassischen Braunstein-Medien
Rückspülbedarf1,2 – 3,2 m³/hJe nach Baugröße, am Filtereingang
ChemikalienkeineDer Sauerstoff kommt aus der angesaugten Luft

1. Das Problem im Brunnenwasser

Eisen und Mangan sind in tieferem Grundwasser gelöst und unsichtbar. Sichtbar werden sie erst dort, wo das Wasser Luft bekommt — im Waschbecken, in der Waschmaschine, auf dem Pflaster.

Grundwasser ist in der Regel sauerstoffarm. Unter diesen Bedingungen liegen Eisen und Mangan in gelöster Form vor und sind dem Wasser nicht anzusehen: Frisch gefördertes Wasser wirkt klar. Sobald es mit Luftsauerstoff in Berührung kommt, oxidieren die gelösten Ionen und fallen als Feststoff aus — Eisen als rotbraunes Eisenoxid, Mangan als schwarzbrauner Belag. Genau deshalb ist ein Eimer Brunnenwasser nach einer halben Stunde trüb und braun, obwohl er beim Zapfen klar war.

Die drei typischen Befunde

Braunes Wasser und Rostflecken

Deutet auf Eisen hin: Rostflecken an Waschbecken, Duschwannen, Fliesen und in der Wäsche. Bei Gartenbewässerung braune Schleier auf Pflaster, Fassade und Terrasse.

Schwarze Ablagerungen

Typisch für Mangan: schwarzbraune Beläge in Leitungen, Spülkästen und auf Sanitärkeramik. Mangan tritt oft gemeinsam mit Eisen auf, fällt aber langsamer aus und wird deshalb später bemerkt.

Geruch nach faulen Eiern

Das klassische Zeichen für Schwefelwasserstoff (H₂S), schon in sehr geringen Konzentrationen wahrnehmbar. Er entsteht durch die Reduktion von Sulfat im sauerstofffreien Grundwasser.

Neben der optischen und geruchlichen Beeinträchtigung entstehen Folgeschäden: Ablagerungen verengen Leitungen, setzen Perlatoren und Duschköpfe zu, belasten Waschmaschinen und Geschirrspüler und verkürzen die Lebensdauer nachgeschalteter Geräte. Steht eine Enthärtungsanlage im Haus, beladen Eisen und Mangan deren Harz und verkürzen dessen Standzeit deutlich.

2. Verfahrensprinzip: Enteisenung ohne Chemie

Die Anlage arbeitet mit einem katalytischen Filterbett und holt sich den benötigten Sauerstoff während der Regeneration selbst aus der Umgebungsluft. Eine separate Belüftungsstufe entfällt.

Aufbau

Die Filteranlage besteht aus einem freistehenden Drucktank mit einem Filterbett aus Katalox Light, darunter eine Schicht Stützkies. Auf dem Tank sitzt ein elektronischer, volumengesteuerter Steuerkopf mit hintergrundbeleuchtetem LCD-Screen. Volumensteuerung bedeutet: Die Anlage zählt das durchgesetzte Wasser und regeneriert nach einer eingestellten Menge, nicht nach einem starren Kalenderintervall. Wer wenig verbraucht, regeneriert seltener und verbraucht weniger Spülwasser.

Filtration

Beim Durchströmen des Filterbetts werden die gelösten Stoffe an der Mangandioxid-Oberfläche oxidiert und in feste Verbindungen überführt: Eisen in Eisenoxid, Mangan in Mangandioxid, Schwefelwasserstoff in geruchlosen Schwefel. Das Mangandioxid wirkt dabei als Katalysator und wird selbst nicht verbraucht. Die ausgefällten Partikel halten sich im dichten Bett fest, statt ins Reinwasser durchzuschlagen. Die Anlage reduziert sowohl gelöstes als auch bereits ungelöstes Eisen.

Regeneration mit Luftkissen

Hier unterscheidet sich das Verfahren von klassischen Rückspülfiltern. Im Regenerationsmodus saugt das Gerät Luft an und bildet im Behälter einen Luftsack — ein Luftkissen über dem Filterbett. Diese Belüftung bewirkt die eigentliche Reduktion von Eisen, Mangan und Schwefelwasserstoff und macht eine zusätzliche Belüftung des Wassers überflüssig. Es braucht keinen Kompressor, keine Belüftungspumpe und keinen Oxidationsbehälter.

Anschließend spült die Rückspülung die im Bett festgesetzten Stoffe aus und trägt sie über den Abwasserschlauch aus. Das Filterbett wird dabei aufgelockert und neu geschichtet.

Luftaustausch zwischen den Regenerationen

Die Baureihe kann zusätzlich zwischen zwei Rückspülungen Luft ablassen und frische Luft ansaugen, beispielsweise in der Mitte des Regenerationszyklus. Das deckt einen erhöhten Sauerstoffbedarf ab, wie er bei hohem Eisenanteil oder hohem Schwefelwasserstoffgehalt entsteht. Genau dieser Luftaustausch ist der Grund, warum die Anlage auch mit Rohwässern zurechtkommt, an denen einfache Rückspülfilter an ihre Grenze kommen.

Die drei Betriebszustaende der Filteranlage: Filtration, Regeneration mit Luftkissen und Rueckspuelung 1 · Filtration Betrieb Steuerkopf Eisen, Mangan und H₂S oxidieren am Filterbett 2 · Regeneration Luftkissen Steuerkopf Luftkissen Luft wird angesaugt Der Sauerstoff kommt aus der Luft — ohne Chemikalien, ohne Zusatzpumpe 3 · Rückspülung Reinigung Steuerkopf Das Abgeschiedene wird ausgespült — 400 bis 1.067 l

Abbildung 1 — Die drei Betriebszustände. Im Betrieb oxidieren Eisen, Mangan und Schwefelwasserstoff am Filterbett. Bei der Regeneration saugt die Anlage Luft an und bildet ein Luftkissen; daher braucht sie keine separate Belüftungsstufe. Die Rückspülung trägt die abgeschiedenen Stoffe aus.

Voraussetzung: ausreichendes Redoxpotential

Der chemikalienfreie Betrieb setzt voraus, dass das Rohwasser ein ausreichendes Redoxpotential mitbringt — die Oxidation muss im Filterbett ablaufen können. Ist das nicht gegeben, ist die Dosierung eines Oxidationsmittels erforderlich; die Richtmengen stehen in Abschnitt 5. Das ist keine Schwäche des Verfahrens, sondern eine Eigenschaft des Rohwassers, die sich nur durch eine Analyse klären lässt.

3. Das Filtermaterial Katalox Light

Das Filterbett entscheidet über Leistung, Betriebskosten und Pumpenbedarf. Die KadoFilt OXYLINE PLUS ist mit Katalox Light gefüllt — einem in Deutschland hergestellten Zeolith mit Mangandioxid-Beschichtung.

Klassische Enteisenungsfilter arbeiten mit körnigem Braunstein: schwer, dicht, mit vergleichsweise grober Struktur. Katalox Light geht einen anderen Weg. Das Trägermaterial ist ZEOSORB, ein natürlich gewonnener Zeolith, auf den eine Mangandioxid-Schicht von rund 10 Prozent aufgebracht ist. Daraus ergeben sich drei Eigenschaften, die im Betrieb den Unterschied machen.

Sehr geringe Schüttdichte

Katalox Light wiegt rund 1.060 kg/m³ — etwa die Hälfte eines klassischen Braunstein-Mediums mit rund 2.000 kg/m³. Leichteres Material lässt sich mit deutlich weniger Volumenstrom aufwirbeln.

Große Oberfläche, feine Filtration

Die poröse Zeolith-Struktur bietet eine wesentlich größere reaktive Oberfläche als ein massives Korn. Das Bett filtert mechanisch bis unter 3 Mikrometer und hält damit auch Sand, Sedimente und Trübstoffe zurück.

Lange Standzeit

Der Medienwechsel ist erst nach sieben bis zehn Jahren vorgesehen. Eine zwingende Dosierung von Kaliumpermanganat, Chlor oder Chlordioxid gibt es nicht, und es entstehen keine Desinfektionsnebenprodukte.

Katalox Light Filtermaterial: schwarzes poröses Zeolith-Granulat mit Mangandioxid-Beschichtung

Abbildung 2 — Katalox Light in der Nahaufnahme: poröses Zeolith-Granulat mit Mangandioxid-Beschichtung, Korngröße 0,6 bis 1,4 mm. Die poröse Struktur ist der Grund für die große reaktive Oberfläche und die geringe Schüttdichte. Quelle: Herstellerdatenblatt.

EigenschaftKatalox LightKlassisches Braunstein-Medium
AufbauZeolith (ZEOSORB) mit 10 % MnO₂-BeschichtungMineralisches Mangandioxid, massives Korn
Schüttdichte1.060 kg/m³ca. 2.000 kg/m³
Rückspülgeschwindigkeit25 – 30 m/h60 – 75 m/h
Filtergeschwindigkeit10 – 20 m/hca. 12 m/h
Feinheit der Filtrationunter 3 µmgröber
Korngröße0,6 – 1,4 mm0,8 – 2,4 mm
pH-Bereich des Mediums5,8 – 10,56,5 – 9,0
Benötigter Freiraum im Tank40 %40 %
ZertifizierungNSF/ANSI 61 für Trinkwasser, NSF/ANSI 372 bleifrei

Tabelle 1 — Katalox Light im Vergleich zu einem klassischen körnigen Braunstein-Filtermaterial. Angaben nach den jeweiligen Herstellerdatenblättern. Grün hinterlegt sind die beiden Eigenschaften, aus denen der geringere Pumpenbedarf folgt.

Der Unterschied bei der Rückspülgeschwindigkeit ist der entscheidende Punkt: 25 bis 30 m/h gegenüber 60 bis 75 m/h. Bei gleichem Tankdurchmesser bedeutet das weniger als die Hälfte des Volumenstroms — und damit eine Anlage, die mit einer Brunnenpumpe auskommt, die für einen klassischen Filter gleicher Größe zu schwach wäre.

Beladungskapazität

Das Datenblatt nennt für Katalox Light folgende Richtwerte, jeweils bezogen auf einen Liter Filtermaterial und auf den jeweiligen Stoff allein: 3.000 mg Eisen, 1.500 mg Mangan oder 500 mg Schwefelwasserstoff. Was daraus für die einzelnen Baugrößen folgt, steht in Abschnitt 5.

4. Pumpenleistung und Hydraulik: der eigentliche Engpass

In der Praxis scheitert eine Filteranlage selten am Wasser und oft an der Pumpe. Die Rückspülung ist der Betriebszustand mit dem höchsten Volumenstrom.

Während der Filtration fließt nur so viel Wasser durch die Anlage, wie gerade gezapft wird. Bei der Rückspülung dagegen muss das Filterbett aufgewirbelt werden, und dafür ist ein definierter Volumenstrom nötig — dauerhaft, über die gesamte Spüldauer, und zwar am Filtereingang, nicht am Pumpenkennfeld im Prospekt.

BaugrößeNominaler NenndurchflussNenndurchfluss max.RückspüldurchflussentsprichtSpülwasser je Regeneration
PLUS 281,1 m³/h1,8 m³/h1,2 m³/h20 l/minca. 400 l
PLUS 421,4 m³/h2,1 m³/h1,8 m³/h30 l/minca. 600 l
PLUS 561,6 m³/h2,3 m³/h2,1 m³/h35 l/minca. 700 l
PLUS 841,9 m³/h3,0 m³/h2,5 m³/h42 l/minca. 833 l
PLUS 1132,5 m³/h3,5 m³/h3,2 m³/h53 l/minca. 1.067 l

Tabelle 2 — Durchflusswerte je Baugröße der KadoFilt OXYLINE PLUS. Der Rückspüldurchfluss muss während der gesamten Rückspülung am Filtereingang anliegen. Die Spülwassermenge ist mit rund 20 Minuten für Rückspülen und Nachspülen gerechnet. Grün hinterlegt ist die Spalte, die über die benötigte Brunnenpumpe entscheidet.

Was die Pumpe wirklich liefern muss

Der Tabellenwert ist die Anforderung am Filtereingang. Bis dorthin verliert die Pumpe Druck und damit Förderleistung. Kundenseitig zu berücksichtigen sind:

  • Der Brunnen selbst — Absenkung des Wasserspiegels bei Dauerentnahme, Ergiebigkeit.
  • Die geodätische Höhe — jede 10 Meter Förderhöhe kosten rund 1 bar.
  • Rohrleitungen — Länge, Nennweite, Material. Ein zu enger oder sehr langer Zulauf bremst die Rückspülung spürbar.
  • Armaturen und Formteile — Kugelhähne, Bögen, Rückschlagventile, Vorfilter.
  • Der Steuerkopf selbst und der Abwasserschlauch.

Maßgeblich ist deshalb nicht der Spitzenwert der Pumpenkennlinie, sondern der Punkt, an dem die Kennlinie die tatsächliche Anlagenkennlinie schneidet. Der Rohwasserfließdruck muss dabei zwischen 2,5 und 8,6 bar liegen.

Rechenbeispiel

Wie viel Spülwasser fällt an?

Die Spülwassermenge ergibt sich aus Rückspüldurchfluss × Spüldauer. Gerechnet mit rund 20 Minuten für Rückspülen und Nachspülen zusammen:

  • PLUS 28: 1,2 m³/h × 20 min = 400 l
  • PLUS 56: 2,1 m³/h × 20 min = 700 l
  • PLUS 113: 3,2 m³/h × 20 min ≈ 1.067 l

Dieses Wasser muss der Abwasserweg aufnehmen können — besonders wichtig, wenn eine Kleinkläranlage dahinterliegt.

Wenn die Rückspülung zu schwach ist

Eine unzureichende Rückspülung ist kein kosmetisches Problem. Das Filterbett wird dann nicht vollständig aufgewirbelt, zuvor abgeschiedene Eisen- und Manganverbindungen bleiben im Bett und können ins Betriebswasser freigesetzt werden. Der Effekt ist tückisch, weil er erst nach Wochen auftritt: Die Anlage läuft scheinbar, aber das Reinwasser wird wieder schlechter. Wer bei der Pumpenauslegung spart, bezahlt es an dieser Stelle.

Deshalb prüfen wir die Pumpendaten bei jeder Auslegung mit. Die dafür nötigen Angaben stehen in der Checkliste in Abschnitt 12.

5. Auslegung nach Wasseranalyse

Drei Größen bestimmen die Baugröße: die Belastung des Rohwassers, der Wasserverbrauch und die verfügbare Pumpenleistung.

Die Auslegungswerte und wie sie zu lesen sind

Die Baureihe ist auf folgende maximale Rohwasserkonzentrationen ausgelegt: Eisen bis 70 mg/l, Mangan bis 35 mg/l und Schwefelwasserstoff bis 12 mg/l. Diese Werte gelten je Parameter einzeln und beziehen sich auf den in den technischen Daten angegebenen Durchsatz je Regeneration. Zwei Konsequenzen sind für die Praxis entscheidend:

  1. Treten Eisen, Mangan und Schwefelwasserstoff gemeinsam auf — der Normalfall —, teilen sie sich die Kapazität des Filterbetts. Die zulässigen Einzelwerte verringern sich entsprechend.
  2. Wer mehr Wasser verbraucht als der Auslegung zugrunde liegt, muss häufiger regenerieren oder eine größere Baugröße wählen.

Beladungskapazität je Baugröße

Aus den Richtwerten des Filtermaterials (3.000 mg Eisen, 1.500 mg Mangan oder 500 mg Schwefelwasserstoff je Liter Katalox Light) ergeben sich für die fünf Baugrößen die folgenden ungefähren Kapazitäten — jeweils für den Stoff allein:

BaugrößeFiltermaterialDurchsatz je RegenerationEisen alleinMangan alleinH₂S allein
PLUS 2828,3 l1.200 lca. 85 gca. 42 gca. 14 g
PLUS 4242,45 l1.800 lca. 127 gca. 64 gca. 21 g
PLUS 5656,6 l2.400 lca. 170 gca. 85 gca. 28 g
PLUS 8484,5 l3.600 lca. 254 gca. 127 gca. 42 g
PLUS 113113 l4.800 lca. 339 gca. 170 gca. 57 g

Tabelle 3 — Ungefähre Beladungskapazität je Regenerationszyklus, berechnet aus den Richtwerten des Filtermaterial-Datenblatts × Materialvolumen. Richtwerte zur Einordnung, keine zugesicherten Eigenschaften. Die Werte gelten je Stoff allein; bei Mischbelastung teilt sich die Kapazität auf. Verbindlich ist die Auslegung anhand Ihrer Wasseranalyse.

Rechenbeispiel 1

Vierpersonenhaushalt mit mäßigem Eisengehalt

Annahmen: 4 Personen, rund 125 Liter pro Person und Tag, also 500 l/Tag. Analyse: Eisen 5 mg/l, Mangan 0,3 mg/l, kein Schwefelwasserstoff.

  • Ausnutzung der Auslegungswerte: Eisen 5 / 70 = 7 %, Mangan 0,3 / 35 = 1 % — zusammen rund 8 %. Sehr viel Reserve.
  • Bei der PLUS 28 (1.200 l je Regeneration) wird rechnerisch alle 2,4 Tage regeneriert. Wegen der geringen Fracht lässt sich das Volumen am volumengesteuerten Ventil entsprechend höher einstellen — weniger Spülwasser, weniger Betriebskosten.
  • Spitzenbedarf: nominaler Nenndurchfluss 1,1 m³/h ≈ 18 l/min. Das deckt zwei gleichzeitig geöffnete Zapfstellen.
  • Pumpe: mindestens 1,2 m³/h am Filtereingang während der Rückspülung.
Rechenbeispiel 2

Mischbelastung — der Normalfall

Analyse: Eisen 8 mg/l, Mangan 1,5 mg/l, Schwefelwasserstoff 1 mg/l.

  • Eisen 8 / 70 = 11,4 %
  • Mangan 1,5 / 35 = 4,3 %
  • Schwefelwasserstoff 1 / 12 = 8,3 %
  • Zusammen rund 24 % der Bettkapazität beim nominalen Durchsatz je Regeneration.

Bleibt die Summe deutlich unter 100 %, gibt es Reserve für höheren Verbrauch oder längere Intervalle.

Wenn das Redoxpotential nicht ausreicht

Bringt das Rohwasser zu wenig Oxidationskraft mit, lässt sich ein Oxidationsmittel dosieren. Das Datenblatt des Filtermaterials nennt dafür folgende Richtmengen, jeweils bezogen auf 1,0 mg/l des zu entfernenden Stoffes:

Oxidationsmittelje 1,0 mg/l Eisenje 1,0 mg/l Manganje 1,0 mg/l H₂S
Wasserstoffperoxid (H₂O₂)0,9 mg/l1,8 mg/l4,5 mg/l
Kaliumpermanganat / Chlor1,0 mg/l2,0 mg/l5,0 mg/l

Tabelle 4 — Dosierrichtwerte nach Datenblatt des Filtermaterials. Nur erforderlich, wenn das Wasser kein ausreichendes Redoxpotential besitzt. Im Regelfall arbeitet die Anlage ohne jede Dosierung.

Nenndurchfluss und Spitzenbedarf

Zwei Werte sind zu unterscheiden. Der nominale Nenndurchfluss (1,1 bis 2,5 m³/h) ist die Menge, die die Anlage dauerhaft mit voller Wirkung behandelt. Der maximale Nenndurchfluss (1,8 bis 3,5 m³/h) ist der kurzzeitig mögliche Spitzenwert. Für die Auslegung zählt der nominale Wert gegen den realistischen Gleichzeitigkeitsbedarf: Dusche und Waschmaschine gleichzeitig sind etwa 20 bis 25 l/min, eine Gartenbewässerung mit Regner kann allein schon 15 l/min ziehen.

6. Neun Anwendungsfälle aus der Praxis

Situationen, in denen sich eine chemiefreie Enteisenungsanlage eignet — mit dem, was in der jeweiligen Lage tatsächlich zählt.

Fall 01

Einfamilienhaus mit eigener Brunnenversorgung

Das Haus wird vollständig aus dem eigenen Brunnen versorgt, das Wasser wird auch zum Trinken und Kochen genutzt. Braunes Wasser und Rostflecken sind der Auslöser. Gefordert ist eine Anlage, die ohne tägliches Zutun läuft und nicht nachdosiert werden muss.

Warum diese Anlage
Volumengesteuert, vollständig ohne Chemie, Bedienung nur über das LCD-Display. Filtermaterial nach NSF/ANSI 61 für Trinkwasser zertifiziert.
Baugröße
Typisch PLUS 28 bis PLUS 42, abhängig von Verbrauch und Analyse.
Achten auf
Rückspülleistung der Pumpe, Abwasseranschluss, nachgeschaltete UV-Anlage (Abschnitt 7).
Fall 02

Haushalt mit Kleinkläranlage

Das Abwasser läuft in eine biologische Kläranlage. Jede Chemikalie, die ins Abwasser gelangt, gefährdet dort die Biologie — chemisch regenerierende Verfahren scheiden damit praktisch aus.

Warum diese Anlage
Bei der Filtration kommen keine Chemikalien zum Einsatz, der Betrieb im Verbund mit einer Biokläranlage ist deshalb möglich.
Baugröße
Nach Haushaltsgröße; die Spülwassermenge ist die relevante Größe für die Kläranlage.
Achten auf
400 bis 1.067 Liter Spülwasser je Regeneration (Abschnitt 4) — die Kläranlage muss das aufnehmen können.
Fall 03

Schwache oder vorhandene Brunnenpumpe

Die Pumpe ist vorhanden, funktioniert, liefert aber keine großen Volumenströme — typisch bei älteren Anlagen, tiefen Brunnen mit großer Förderhöhe oder langen Zuleitungen. Ein Pumpentausch allein für die Rückspülung wäre teuer und aufwendig.

Warum diese Anlage
Das leichte Katalox-Light-Bett braucht nur 25 bis 30 m/h Rückspülgeschwindigkeit statt 60 bis 75. Die kleinste Baugröße kommt mit 1,2 m³/h (20 l/min) aus.
Baugröße
PLUS 28 oder PLUS 42 — die Pumpe setzt hier die Obergrenze, nicht der Verbrauch.
Achten auf
Pumpenkennlinie gegen die tatsächliche Anlagenkennlinie rechnen, nicht gegen den Prospektwert.
Fall 04

Installation mit Membranpumpe

In der Anlage arbeitet eine Membranwasserpumpe, bei der das Wasser nicht mit Luft in Kontakt kommt. Verfahren, die auf eine vorgeschaltete Belüftung des Wassers angewiesen sind, lassen sich hier nur mit Zusatzaufwand einbinden.

Warum diese Anlage
Arbeitet effizient mit Membran- und Fließwasserpumpen; der Sauerstoffeintrag erfolgt erst im Regenerationszyklus in der Flasche.
Baugröße
Nach Verbrauch und Analyse, ohne Einschränkung durch den Pumpentyp.
Achten auf
Druckverhältnisse im Bereich 2,5 bis 8,6 bar Rohwasserfließdruck.
Fall 05

Hohe Eisen- und Manganfracht

Die Analyse zeigt Werte, bei denen einfache Rückspülfilter an ihre Grenze kommen. Der Sauerstoffbedarf ist hoch, und er ist der eigentliche Engpass — nicht das Filterbett.

Warum diese Anlage
Der Luftaustausch zwischen den Regenerationen deckt gezielt den erhöhten Sauerstoffbedarf. Die Auslegungswerte reichen bis 70 mg/l Eisen und 35 mg/l Mangan.
Baugröße
Eher eine Nummer größer wählen: mehr Filtermaterial, mehr Durchsatz je Regeneration.
Achten auf
Redoxpotential des Rohwassers; sonst ist ein Oxidationsmittel nötig (Tabelle 4).
Fall 06

Geruch nach faulen Eiern

Der Eisengehalt ist unauffällig, aber das Wasser riecht. Schwefelwasserstoff ist schon in kleinsten Mengen wahrnehmbar und macht Wasser für Dusche und Küche unbrauchbar, auch wenn es klar aussieht.

Warum diese Anlage
Schwefelwasserstoff wird zu geruchlosem Schwefel umgewandelt; Auslegungswert bis 12 mg/l.
Baugröße
Nach Verbrauch; bei hohem H₂S-Gehalt Reserve einplanen, die Kapazität je Liter Material ist hier am kleinsten.
Achten auf
H₂S verflüchtigt sich beim Transport — Probe fachgerecht nehmen, sonst misst die Analyse zu wenig.
Fall 07

Gartenbewässerung und Nutzwasser

Der Brunnen versorgt Garten, Pflaster- und Fassadenreinigung oder einen Pool. Das Wasser muss keine Trinkwasserqualität haben, darf aber keine braunen Schleier auf Stein, Putz und Holz hinterlassen — die sind nur schwer wieder zu entfernen.

Warum diese Anlage
Entfernt gelöstes und bereits ausgefälltes Eisen, bevor es auf Oberflächen antrocknet, und filtert zusätzlich Trübstoffe bis unter 3 µm.
Baugröße
Nach Spitzenbedarf der Regner, nicht nach Tagesmenge — Beregnung zieht dauerhaft hohe Volumenströme.
Achten auf
Frostfreie Aufstellung bzw. Außerbetriebnahme im Winter (Abschnitt 10).
Fall 08

Landwirtschaft, Tiertränke und Gewerbe

Eigenwasserversorgung in Betrieben: Tränkwasser, Gärtnerei, Waschplatz, Ferienhausanlage. Hier zählen Betriebssicherheit und niedrige laufende Kosten mehr als der Anschaffungspreis, und niemand möchte täglich Chemikalien nachfüllen.

Warum diese Anlage
Keine Chemikalien, keine Dosierung, keine zusätzliche Wasserbelüftung. Medienwechsel erst nach sieben bis zehn Jahren.
Baugröße
PLUS 84 oder PLUS 113 mit 3.600 bzw. 4.800 Litern Durchsatz je Regeneration.
Achten auf
Aufstellhöhe: die PLUS 113 ist 2.110 mm hoch, die Anschlüsse liegen auf 1.945 mm.
Fall 09

Vorschaltung vor eine Enthärtungsanlage

Im Haus steht bereits eine Enthärtungsanlage, das Brunnenwasser führt aber Eisen und Mangan. Beide belegen das Ionenaustauscherharz, verkürzen dessen Standzeit und verschlechtern die Enthärtungsleistung.

Warum diese Anlage
Als Vorstufe installiert hält sie Eisen und Mangan vom Harz fern und schützt die nachgeschaltete Investition.
Baugröße
Nach dem Durchfluss der bestehenden Enthärtungsanlage, damit die Vorstufe nicht zum Engpass wird.
Achten auf
Reihenfolge und Platzbedarf; beide Anlagen brauchen je einen Abwasseranschluss.

7. Die vollständige Aufbereitungskette

Die Filteranlage ist der Kern, aber selten die ganze Lösung. Bei Brunnen- und Eigenwasser gehören in der Regel eine Stufe davor und eine dahinter dazu — und eine wiederkehrende Maßnahme im Betrieb.

Davor: Vorfilter für Trübstoffe

Führt der Brunnen Sand, Partikel oder Schwebstoffe, gehört ein Vorfilter davor. Er schützt vor allem die Steuereinheit: Sandkörner in den Steuerventil-Dichtungen sind eine der häufigsten Ursachen für Undichtigkeiten und Fehlfunktionen.

Davor: Rückspülfilter mit Druckminderer

Ein rückspülbarer Hauswasserfilter mit Druckminderer und Manometer hält Partikel zurück und begrenzt zugleich den Eingangsdruck. Das Manometer macht Druckverluste sichtbar — der einfachste Frühwarnindikator für einen zusetzenden Filter.

Dahinter: UV-Desinfektion

Brunnenwasser wird nicht zentral desinfiziert und kann mikrobiologisch belastet sein. Die Filteranlage entfernt Eisen, Mangan und Schwefelwasserstoff — Keime entfernt sie nicht. Eine nachgeschaltete UV-Anlage schließt diese Lücke ohne jeden Zusatzstoff. Sie gehört hinter die Filterung, weil Trübstoffe die UV-Wirkung abschatten.

Im Betrieb: regelmäßige Desinfektion

In jedem wasserführenden Behälter können sich mit der Zeit Biofilme bilden. Eine regelmäßige Desinfektion mit DesyTab F hält den Bestand klein — einer Chlordioxid-Tablette, die eigens für Brunnenwasser und Filteranlagen gedacht ist. Zwingend nach längerem Stillstand und vor jeder Wiederinbetriebnahme.

Aufbereitungskette von der Brunnenpumpe bis zur Zapfstelle VOR DER ANLAGE NACH DER ANLAGE Brunnen Rohwasser Pumpe Förderung, Rückspülung Vorfilter / RDX Sand, Partikel, Druck OXYLINE PLUS Eisen, Mangan, H₂S UV-Anlage Keime Haus Zapfstellen Rückspülwasser Abwasseranschluss, 400 – 1.067 l je Spülung

Abbildung 3 — Die vollständige Aufbereitungskette. Vorfilter und Rückspülfilter schützen die Anlage, die UV-Stufe folgt nach der Filterung, weil Trübstoffe die UV-Wirkung abschatten. Das Rückspülwasser braucht einen eigenen Abwasserweg.

In welcher Ausbaustufe das sinnvoll ist, hängt vom Brunnen ab. Als Faustregel: Der Vorfilter richtet sich nach dem Sandeintrag, die UV-Anlage nach der Nutzung als Trinkwasser, die Desinfektion nach der Betriebsweise. Wer den Brunnen nur für den Garten nutzt, braucht keine UV-Stufe; wer damit kocht und Wäsche wäscht, sollte nicht darauf verzichten.

8. BASIC, PLUS und PRO im Vergleich

Drei Baureihen mit demselben Ziel und unterschiedlichen Wegen dorthin. Die Wahl entscheidet sich an Steuerung, Filtermaterial und verfügbarer Pumpenleistung.

MerkmalOXYLINE BASICOXYLINE PLUSOXYLINE PRO
FiltermaterialMang-OX (Braunstein)Katalox LightMang-OX (Braunstein)
SteuerungHandventil, manuelle SpülungElektronisch, volumengesteuert, LCDMikroprozessor, Display, automatisch alle 24 h
Sauerstoffeintragüber Oxidationsmittel möglichLuftinjektion im Regenerationszyklus, LuftaustauschRückspülung, optional Be-/Entlüftungsventil
Rückspülbedarf der Anlage1,3 – 2,0 m³/h1,2 – 3,2 m³/h1,7 – 7 m³/h
Rückspülgeschwindigkeit des Mediums60 – 75 m/h25 – 30 m/h60 – 75 m/h
pH-Bereich6 – 95,8 – 106 – 9
Eisen bis5 mg/l (10 mit Oxidationsmittel)70 mg/l *5 mg/l (10 mit Belüftung)
Mangan bis2,5 mg/l (5)35 mg/l *2,5 mg/l (5)
Schwefelwasserstoff bis3 mg/l12 mg/l *3 mg/l
Mechanische Filtrationgröberunter 3 µmgröber
Stromanschlusskeiner230/50/24 V230/50/12 V, 3 W
Baugrößen1035 – 1252PLUS 28 – PLUS 1131054 – 2162
Zur Anlage OXYLINE BASIC OXYLINE PLUS OXYLINE PRO

Tabelle 5 — Gegenüberstellung der drei Baureihen. * Die Werte der PLUS sind Auslegungswerte je Parameter einzeln, bezogen auf den Durchsatz je Regeneration (siehe Abschnitt 5); die Angaben zu BASIC und PRO sind Dauergrenzwerte. Die Zahlen sind deshalb nicht unmittelbar gegeneinander zu rechnen. Grün hinterlegt sind die beiden Zeilen, in denen sich die PLUS von den anderen Baureihen unterscheidet.

Wann welche Baureihe

  • BASIC — wo keine Stromversorgung am Aufstellort liegt oder bewusst manuell gespült werden soll, bei moderaten Werten.
  • PLUS — wo hohe Eisen-, Mangan- oder Schwefelwasserstoffwerte vorliegen, wo die Pumpenleistung knapp ist, wo der pH-Wert außerhalb von 6 bis 9 liegt, wo zusätzlich Trübstoffe zurückgehalten werden sollen oder eine Membranpumpe im Spiel ist.
  • PRO — wo hohe Durchflüsse gefragt sind (bis 91,66 l/min beim Typ 2162) und ausreichend Pumpenleistung für die Rückspülung zur Verfügung steht.

9. Grenzen des Verfahrens

Ehrlich benannte Grenzen ersparen Fehlinvestitionen. Diese Punkte klären wir vor der Auslegung, nicht danach.

  • Eisen- und Manganbakterien. Für deren Entfernung sind Filteranlagen mit Mangandioxid-Filterbett nicht ausgelegt. Hier ist eine andere Verfahrensstufe nötig.
  • Tannine und gelöste organische Stoffe. Bei erhöhtem Gehalt an gelösten organischen Stoffen kann die Entfernungsleistung eingeschränkt sein.
  • Unzureichendes Redoxpotential. Dann läuft die Oxidation im Bett nicht ausreichend ab, und es ist die Dosierung eines Oxidationsmittels erforderlich (Tabelle 4).
  • Keime. Die Anlage desinfiziert nicht. Bei Brunnenwasser gehört eine UV-Anlage dahinter — siehe Abschnitt 7.
  • Kalk. Die Anlage entfernt Eisen, Mangan und Schwefelwasserstoff, aber keine Härte. Gegen Kalk ist eine Enthärtungsanlage nötig — siehe Fall 09.
  • Zu schwache Rückspülung. Siehe Abschnitt 4 — die Folge ist die Freisetzung bereits abgeschiedener Verbindungen ins Betriebswasser.
Wichtig

Filtermaterial darf nicht von einem Drucktank in einen anderen umgefüllt werden. Feuchtes Medium nimmt beim Umfüllen Luft auf, und der Kontakt mit der Umgebung begünstigt Keimwachstum und Biofouling. Material, das einmal ausgebaut wurde, gehört nicht zurück in eine Trinkwasseranlage — beim Medienwechsel wird neues Filtermaterial eingefüllt.

10. Aufstellung, Frost und Außerbetriebnahme

Die Anlage ist ein wassergefüllter Drucktank. Was das für den Aufstellort und für den Winter bedeutet, wird in der Planung oft übersehen.

Frostfreie Aufstellung ist Pflicht

Die Anlage arbeitet bei einer Wassertemperatur von 4 bis 43 °C und muss frostsicher aufgestellt werden. Gefrierendes Wasser im Drucktank, im Steuerkopf oder in den Anschlussschläuchen führt zu Schäden, die kein Verschleißfall sind: gesprengte Ventilkörper, gerissene Verschraubungen, ein beschädigtes Steigrohr. Ein ungeheizter Keller ist in der Regel unkritisch, ein Gartenschacht, eine Garage oder ein Nebengebäude ohne Frostschutz nicht.

Wer die Anlage in einem frostgefährdeten Raum betreiben will, braucht entweder eine Grundtemperierung des Raums oder ein Konzept für die Außerbetriebnahme im Winter.

Abbildung 4 — Freistehender Drucktank mit elektronischem Steuerkopf. Für die Aufstellung sind Deckenhöhe und Anschlusshöhe maßgeblich: Die PLUS 113 misst 2.110 mm, die Anschlüsse liegen auf 1.945 mm.

Außerbetriebnahme über den Winter

Wird die Anlage saisonal genutzt — typisch bei reiner Gartenbewässerung oder in Ferienhäusern —, kann sie außer Betrieb genommen werden. Dabei genügt es nicht, das Wasser abzustellen:

  1. Anlage vom Netz trennen und die Wasserzufuhr schließen, Bypass am Montageblock auf Umgehung stellen.
  2. Anlage drucklos machen.
  3. Das Wasser aus dem Drucktank absaugen. Der Tank läuft durch Öffnen eines Hahns nicht von selbst leer — das Steigrohr endet unten im Bett, und ein erheblicher Rest bleibt im Behälter stehen. Dieser Rest ist es, der bei Frost den Schaden verursacht.
  4. Anschlussschläuche und Abwasserschlauch entleeren.

Wiederinbetriebnahme

Stehendes Wasser über Wochen oder Monate ist ein idealer Nährboden. Deshalb gilt: Vor jeder Wiederinbetriebnahme wird die Anlage desinfiziert — zum Beispiel mit DesyTab F. Anschließend wird gründlich gespült, bis das Desinfektionsmittel vollständig ausgetragen ist, und erst dann wieder ins Hausnetz eingespeist. Dasselbe gilt nach jedem längeren Stillstand, nach einem Medienwechsel oder nach Arbeiten an der Rohrleitung.

Erste Inbetriebnahme

Vor der ersten Einspeisung ins Leitungsnetz ist eine Erstspülung durchzuführen, bei der der Feinstaub des frisch eingefüllten Filtermaterials über den Spülschlauch ausgeschwemmt wird. Montage und Inbetriebnahme gehören in die Hand von ausgebildetem Fachpersonal; die hydraulischen Gegebenheiten und baulichen Bedingungen sind vorher fachmännisch zu prüfen.

Lieferung und Befüllung

Die KadoFilt OXYLINE PLUS wird unbefüllt geliefert. Im Lieferumfang enthalten sind das Filtermaterial sowie der Stützkies zur fachgerechten Befüllung vor Ort. Der Stützkies bildet die stabile Bettung im unteren Bereich des Filters, auf die anschließend das Filtermaterial schichtweise eingefüllt wird. Das hat einen praktischen Grund: Ein befüllter Tank der Größe PLUS 113 wäre allein kaum in einen Keller zu tragen.

Anschluss

Wasseranschlüsse 1 Zoll AG, Stromanschluss 230/50/24 V. Ein 360°-abgewinkelter Anschluss ist optional erhältlich, ein Bypassventil ebenfalls. Für den Abwasserweg ist ein Anschluss vorzusehen, der die Spülwassermenge aus Abschnitt 4 aufnehmen kann.

Das Anschluss-Set ist nicht im Lieferumfang enthalten. Wir empfehlen das Anschluss-Set mit Montageblock für Filter- und Enthärtungsanlagen 1" mit zwei edelstahlummantelten Anschlussschläuchen DN 25 und einem Montageblock mit Bypass und Probeentnahmehahn. Der externe Montageblock ist wichtig, wenn die Anlage einmal umgangen werden muss: Über den Bypass bleibt die Wasserversorgung zum Beispiel bei Wartungsarbeiten auch ohne Anlage erhalten — und für die Außerbetriebnahme ist er ohnehin die einfachste Lösung. Der Probeentnahmehahn erlaubt außerdem, jederzeit eine Probe vor und hinter der Anlage zu ziehen.

Laufender Betrieb

Im Betrieb fallen keine Chemikalien, kein Salz und kein Regeneriermittel an. Der laufende Verbrauch ist im Wesentlichen das Rückspülwasser; der Medienwechsel ist erst nach sieben bis zehn Jahren vorgesehen. Empfehlenswert sind ein Vorfilter, eine gelegentliche Sichtkontrolle und einmal im Jahr eine Probe am Probeentnahmehahn.

11. Technische Daten der KadoFilt OXYLINE PLUS

OXYLINE PLUS-SeriePLUS 28PLUS 42PLUS 56PLUS 84PLUS 113
FiltermaterialKatalox LightKatalox LightKatalox LightKatalox LightKatalox Light
Rohwasserfließdruck min. / max.2,5 / 8,6 bar2,5 / 8,6 bar2,5 / 8,6 bar2,5 / 8,6 bar2,5 / 8,6 bar
Wassertemperatur min. / max.4 – 43 °C4 – 43 °C4 – 43 °C4 – 43 °C4 – 43 °C
Stromanschluss230/50/24V230/50/24V230/50/24V230/50/24V230/50/24V
Wasseranschlüsse1 Zoll / AG1 Zoll / AG1 Zoll / AG1 Zoll / AG1 Zoll / AG
Typ Steuerventilvolumengesteuertvolumengesteuertvolumengesteuertvolumengesteuertvolumengesteuert
Bypassventiloptionaloptionaloptionaloptionaloptional
pH-Wert Arbeitsparameter5,8 – 105,8 – 105,8 – 105,8 – 105,8 – 10
Max. Rohwasser Eisen **70 mg/l70 mg/l70 mg/l70 mg/l70 mg/l
Max. Rohwasser Mangan **35 mg/l35 mg/l35 mg/l35 mg/l35 mg/l
Max. Rohwasser H₂S **12 mg/l12 mg/l12 mg/l12 mg/l12 mg/l
Durchsatz je Regeneration1.200 l1.800 l2.400 l3.600 l4.800 l
Volumen Filtermaterial28,3 l42,45 l56,6 l84,5 l113 l
Nenndurchfluss max.1,8 m³/h2,1 m³/h2,3 m³/h3,0 m³/h3,5 m³/h
Nominaler Nenndurchfluss1,1 m³/h1,4 m³/h1,6 m³/h1,9 m³/h2,5 m³/h
Rückspüldurchfluss am Filtereingang *1,2 m³/h1,8 m³/h2,1 m³/h2,5 m³/h3,2 m³/h
Spülwasser je Regeneration (ca. 20 min)ca. 400 lca. 600 lca. 700 lca. 833 lca. 1.067 l
Breite255 mm310 mm335 mm340 mm400 mm
Höhe1580 mm1520 mm1900 mm1900 mm2110 mm
Tiefe285 mm325 mm335 mm330 mm365 mm
Tiefe inklusive Bypass365 mm365 mm365 mm425 mm465 mm
Höhe Anschlüsse1440 mm1395 mm1440 mm1745 mm1945 mm
Höhe Anschlüsse inkl. Bypass1440 mm1395 mm1440 mm1745 mm1945 mm
Abmessungen Drucktank10 × 54 Zoll12 × 52 Zoll13 × 54 Zoll14 × 65 Zoll16 × 65 Zoll

Tabelle 6 — Technische Daten aller fünf Baugrößen. Grün hinterlegt ist die Zeile, die über die benötigte Brunnenpumpe entscheidet.

Kenndaten des Filtermaterials

EigenschaftWert
ZusammensetzungZEOSORB 85 %, Mangandioxid 10 %, gelöschter Kalk 5 %
AussehenGranulat, schwarze Körner, geruchlos
Korngröße0,6 – 1,4 mm (Mesh 14 × 30)
Gleichförmigkeitskoeffizient≤ 1,75
Schüttdichte1.060 kg/m³
Feinheit der Filtrationunter 3 µm
Beladungskapazität je Liter MaterialEisen 3.000 mg · Mangan 1.500 mg · H₂S 500 mg
Zulässiger pH-Bereich5,8 – 10,5
Filtergeschwindigkeit10 – 20 m/h
Rückspülgeschwindigkeit25 – 30 m/h
Rückspülzeit / Nachspülzeit10 – 15 min / 2 – 3 min
Benötigter Freiraum40 % der Betthöhe
Standzeit7 – 10 Jahre
ZertifizierungNSF/ANSI 61 (Trinkwasser), NSF/ANSI 372 (bleifrei)
HerstellungDeutschland

Tabelle 7 — Kenndaten des Filtermaterials Katalox Light nach Herstellerdatenblatt.

* Der angegebene Rückspüldurchfluss muss am Filtereingang während der Rückspülung anliegen. Druckverluste durch Brunnen, Pumpe, Rohrleitungen, Armaturen, Steuerkopf und Höhenunterschiede sind kundenseitig zu berücksichtigen. Bei unzureichender Rückspülung kann es zur Freisetzung von zuvor abgeschiedenen Eisen- und Manganverbindungen im Betriebswasser kommen.

** Auslegungswerte, bezogen auf den angegebenen Durchsatz je Regeneration. Die Angaben gelten je Parameter einzeln: Treten Eisen, Mangan und Schwefelwasserstoff gemeinsam auf, teilen sie sich die Kapazität des Filterbetts, und die zulässigen Einzelwerte verringern sich entsprechend. Bei höherem Wasserverbrauch ist häufiger zu regenerieren oder eine größere Baugröße zu wählen. Voraussetzung für den chemikalienfreien Betrieb ist ein ausreichendes Redoxpotential des Rohwassers; andernfalls ist die Dosierung eines Oxidationsmittels erforderlich. Bei erhöhtem Gehalt an gelösten organischen Stoffen kann die Entfernungsleistung eingeschränkt sein. Wir empfehlen die Auslegung anhand einer aktuellen Wasseranalyse.

12. Glossar und Checkliste

Begriffe

Katalox Light
Das Filtermaterial der OXYLINE PLUS: ein natürlich gewonnener Zeolith (ZEOSORB) mit einer Mangandioxid-Beschichtung von rund 10 Prozent, hergestellt in Deutschland.
Gelöstes und ungelöstes Eisen
Gelöstes Eisen ist im sauerstoffarmen Wasser unsichtbar vorhanden; ungelöstes Eisen ist bereits ausgefallen und als Trübung erkennbar. Die Anlage reduziert beide Formen.
Redoxpotential
Maß dafür, wie stark oxidierend oder reduzierend ein Wasser wirkt. Es entscheidet, ob die Oxidation im Filterbett ohne Zusatzmittel abläuft.
Regeneration
Der Betriebszustand, in dem die Anlage Luft ansaugt, ein Luftkissen bildet und das Filterbett rückspült. Bei der PLUS wird sie volumengesteuert ausgelöst.
Rückspüldurchfluss
Der Volumenstrom, der während der Rückspülung am Filtereingang anliegen muss, damit das Filterbett aufgewirbelt wird. Die maßgebliche Größe für die Pumpenauswahl.
Rückspülgeschwindigkeit
Die auf die Tankquerschnittsfläche bezogene Geschwindigkeit in Metern pro Stunde. Sie ist die Materialeigenschaft, aus der sich der Rückspüldurchfluss der jeweiligen Baugröße ergibt.
Bettausdehnung und Freiraum
Bei der Rückspülung dehnt sich das Filterbett aus. Dafür sind rund 40 Prozent Freiraum über dem Bett vorzuhalten — sonst wird Material ausgetragen.
Nominaler und maximaler Nenndurchfluss
Der nominale Wert ist die dauerhaft behandelbare Menge, der maximale der kurzzeitig mögliche Spitzenwert.
Stützkies
Grobe Kiesschicht im unteren Bereich des Tanks. Sie trägt das Filtermaterial und verteilt den Volumenstrom gleichmäßig.
DN 25 / 1" AG
Nennweite 25 mm beziehungsweise Anschlussgewinde 1 Zoll Außengewinde — die Anschlussgröße der gesamten PLUS-Baureihe.

Was wir für eine verbindliche Auslegung brauchen

  • Aktuelle Wasseranalyse (nicht älter als 12 Monate)
  • Eisen in mg/l
  • Mangan in mg/l
  • Schwefelwasserstoff in mg/l
  • pH-Wert
  • Wassertemperatur
  • Hinweis auf organische Stoffe oder Tannine
  • Sand- oder Trübstoffeintrag im Rohwasser
  • Personen im Haushalt bzw. Tagesverbrauch
  • Gleichzeitig genutzte Zapfstellen
  • Gartenbewässerung ja/nein, mit Menge
  • Pumpentyp und Kennlinie
  • Förderhöhe und Brunnentiefe
  • Nennweite und Länge der Zuleitung
  • Vorhandener Abwasseranschluss und dessen Kapazität
  • Aufstellort: Deckenhöhe, Platz, frostfrei ja/nein
  • Ganzjährige oder saisonale Nutzung
  • Nutzung als Trinkwasser ja/nein (UV-Stufe)
  • Vorhandene Enthärtungsanlage ja/nein

Sie müssen die Liste nicht abschreiben: Tragen Sie Ihre Werte direkt in unser Anfrageformular ein und senden Sie sie ab. Wir melden uns mit einem Auslegungsvorschlag.

Steht die Montage schon fest? Dann füllen Sie bitte den Montagefragebogen aus — damit erfassen wir die baulichen Gegebenheiten vor Ort.

Unsicher, welche Anlage zu Ihrem Brunnen passt?

Senden Sie uns Ihre Wasseranalyse und die Daten Ihrer Brunnenpumpe — wir empfehlen Ihnen die passende Baugröße und prüfen mit, ob Ihre vorhandene Pumpe die Rückspülung leisten kann.

Die Angaben in diesem Ratgeber beruhen auf den technischen Daten der KadoFilt OXYLINE PLUS und den Datenblättern der verwendeten Filtermaterialien. Sie dienen der technischen Orientierung und ersetzen keine Auslegung anhand einer aktuellen Wasseranalyse. Montage und Inbetriebnahme dürfen nur durch ausgebildetes Fachpersonal erfolgen.