Trinkwasser-Desinfektion und Dosierung – die Verfahren im Überblick
Je nach Wasserqualität und Einsatzzweck kommen unterschiedliche Verfahren zum Einsatz. Chemische Desinfektion (Chlordioxid, Kaliumpermanganat), physikalische Entkeimung (UV) und die passende Dosiertechnik lassen sich einzeln oder kombiniert nutzen. Ein kurzer Überblick, wann welches Verfahren sinnvoll ist:
Chlordioxid (CDL) – wirksam auch gegen Biofilme
Chlordioxid (ClO₂) ist ein chlorfreies Desinfektionsmittel mit breitem Wirkungsspektrum gegen Bakterien, Viren, Pilze und Legionellen. Sein großer Vorteil gegenüber Chlor: Es wirkt weitgehend unabhängig vom pH-Wert, bildet keine chlorierten Nebenprodukte (Trihalogenmethane) und löst auch Biofilme in Leitungen auf. Hergestellt wird es häufig als aktivierte 0,3 %-Lösung (CDL) oder über 2-Komponenten- bzw. Tablettensysteme; die zulässige Dosierung im Trinkwasser regelt die Trinkwasserverordnung.
Kaliumpermanganat – Oxidation für Enteisenung und Entmanganung
Kaliumpermanganat (KMnO₄) ist ein starkes Oxidationsmittel. In der Wasseraufbereitung dient es vor allem dazu, gelöstes Eisen und Mangan zu oxidieren, sodass sie über einen Filter abgeschieden werden können, sowie zur Regeneration von Mangan-Filtermedien. Angewendet wird es als Pulver oder als gebrauchsfertige 5 %-Lösung.
UV-Desinfektion – chemiefreie Entkeimung
UV-C-Anlagen entkeimen Wasser rein physikalisch: kurzwelliges UV-Licht (254 nm) inaktiviert Bakterien, Viren und Parasiten – ohne Chemikalien und ohne Veränderung von Geschmack oder Geruch. UV eignet sich besonders für Eigenwasserversorger und Brunnenwasser, vorausgesetzt das Wasser ist klar, denn Trübstoffe mindern die Wirkung. Deshalb wird UV meist mit einer Vorfiltration kombiniert.
Dosiertechnik – präzise Dosierpumpen und Dosieranlagen
Damit Desinfektions- oder Konditionierungsmittel exakt und gleichmäßig zugegeben werden, sorgen Membran-Dosierpumpen (z. B. Grundfos) und komplette Dosieranlagen mit Vorratsbehälter und Steuerung. Typische Aufgaben sind neben der Desinfektion der Korrosionsschutz und die Härtestabilisierung, etwa in Trinkwasser-, Heizungs- und Prozesswasseranlagen.
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