Vollentsalztes Wasser (VE-Wasser) mit einem Leitwert nahe null – für Heizungsbefüllung nach VDI 2035, Labor, Technik und überall, wo absolut reines Wasser gebraucht wird. Enthärtung reicht dafür nicht: Erst die Vollentsalzung über Mischbett-Ionenaustausch entfernt alle gelösten Salze. Welche Patrone zu Ihrem Leitwert und Bedarf passt, ermitteln Sie direkt hier:
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Osmose & Reinstwasser · Vollentsalzung
Vollentsalzung: vollentsalztes Wasser (VE-Wasser) mit Mischbettharz
Die mit Abstand häufigste Frage, die wir dazu hören: „Reicht mir nicht eine Enthärtung?" – Die klare Antwort: Es sind zwei völlig verschiedene Verfahren. Eine Enthärtung tauscht nur die Härtebildner Calcium und Magnesium gegen Natrium; das Wasser bleibt salzhaltig und leitfähig. Die Vollentsalzung entfernt über Mischbett-Ionenaustausch alle gelösten Salze – das Ergebnis ist nahezu ionenfreies Wasser.
Enthärtung ≠ Vollentsalzung
Enthärtung entfernt nur Kalk und lässt das Wasser salzhaltig. Vollentsalzung entzieht alle Ionen – für alles, was salzarmes, reines Wasser braucht.
~0,5 µS/cm frisch regeneriert
Eine frische Patrone liefert rund 0,5 µS/cm; im Betrieb bis zum Grenzwert (z. B. < 20 µS/cm). Überwacht wird das mit einem Leitwert-/TDS-Messgerät.
Patrone oder Harz
Als einsatzfertige Patrone oder als loses Mischbettharz – erschöpftes Harz muss nicht entsorgt werden, unser Regenerier-Service bereitet es wieder auf.
So funktioniert die Vollentsalzung – Kationen- und Anionenaustausch
Im Mischbett arbeiten zwei Ionenaustauscherharze eng vermischt zusammen. Der stark saure Kationenaustauscher bindet alle positiv geladenen Ionen – Calcium (Ca²⁺), Magnesium (Mg²⁺), Natrium (Na⁺), Kalium (K⁺) – und gibt dafür Wasserstoff-Ionen (H⁺) ab. Der stark basische Anionenaustauscher bindet alle negativ geladenen Ionen – Chlorid (Cl⁻), Sulfat (SO₄²⁻), Nitrat (NO₃⁻), Hydrogencarbonat (HCO₃⁻) und Kieselsäure – und gibt Hydroxid-Ionen (OH⁻) ab. Weil beide Harze unmittelbar nebeneinander liegen, durchläuft das Wasser praktisch unzählige Austauschstufen hintereinander: Die freigesetzten H⁺- und OH⁻-Ionen verbinden sich sofort zu reinem Wasser (H₂O), es bleibt nahezu kein Ion zurück. Genau das ist der Unterschied zur Enthärtung, bei der nur die Härte gegen Natrium getauscht wird und die Gesamtsalzfracht erhalten bleibt.
Eine frisch regenerierte oder neue Patrone liefert dadurch Wasser mit einem Leitwert von etwa 0,5 µS/cm – nahezu vollständig entsalzt. Das ist überall dort ideal, wo bereits Chlorid und andere Störionen die Produktion bzw. das Ergebnis beeinträchtigen, und überall, wo absolut reines Wasser gefordert ist. Steigt der Leitwert am Ausgang an, ist das Harz beladen und wird getauscht oder regeneriert.
Heizungsbefüllung nach VDI 2035: salzarm oder salzhaltig?
Die VDI 2035 kennt zwei zulässige Fahrweisen, auf die sich die Hersteller der Heizungsanlagen berufen:
Salzhaltige Fahrweise (> 1000 µS/cm): mit entsprechender Chemikalienzugabe (Konditionierung), die dauerhaft überwacht und nachdosiert werden muss.
Salzarme Fahrweise (< 100 µS/cm) mit VE-Wasser: setzt auf einen natürlichen Korrosionsschutz durch nahezu salzfreies Füllwasser – ohne dauerhaften Chemikalieneinsatz.
In der Praxis hat die salzarme Fahrweise klare Vorteile: kein laufender Chemikalieneinsatz und keine Nachdosierung, ein deutlich geringeres Korrosionsrisiko ohne aggressive Salzfracht, keine Steinbildung und keine Schlammablagerungen durch ausfallende Salze, eine bessere Verträglichkeit mit empfindlichen Bauteilen (z. B. Aluminium-Wärmetauschern) sowie eine einfache Kontrolle allein über den Leitwert. Das Ergebnis ist ein wartungsärmerer, betriebssicherer Heizkreis.
Weitere Einsatzgebiete für VE-Wasser
Technik & Reinigung: Photovoltaik- und Fassadenreinigung (fleckenfrei, ohne Nachwischen), Dampferzeuger und Autoklaven, Luftbefeuchtung.
Labor & Analytik: überall dort, wo Störionen wie Chlorid Messungen oder Prozesse verfälschen.
Aquaristik & Sonderanwendungen: definierte, salzfreie Ausgangsbasis für die gezielte Aufhärtung.
Welche Patrone passt zu Ihrem Leitwert?
Mit dem VE-Patronen-Rechner ermitteln Sie aus Leitwert und Bedarf die passende Harzmenge und Ergiebigkeit.
Faustregel: Geht es nur um Kalkschutz für Haushalt und Geräte, genügt eine Enthärtung. Brauchen Sie salzarmes, entmineralisiertes Wasser – etwa für die Heizungsbefüllung nach VDI 2035, für Technik oder das Labor – führt an der Vollentsalzung kein Weg vorbei, denn nur sie entfernt auch die gelösten Salze und senkt den Leitwert nahezu auf null.
Welchen Leitwert liefert eine Vollentsalzungspatrone?
Eine frisch regenerierte bzw. neue Patrone liefert Wasser mit einem Leitwert von etwa 0,5 µS/cm – also nahezu vollständig entsalzt. Im Betrieb wird VE-Wasser typischerweise bis zu einem Grenzwert (z. B. < 20 µS/cm) genutzt; steigt der Leitwert darüber, ist das Harz beladen.
VDI 2035: salzarme oder salzhaltige Fahrweise?
Die VDI 2035 lässt zwei Fahrweisen zu, auf die sich die Heizungshersteller berufen: die salzhaltige Fahrweise (Leitwert > 1000 µS/cm) mit entsprechender Chemikalienzugabe oder die salzarme Fahrweise (Leitwert < 100 µS/cm) für einen natürlichen Korrosionsschutz. Die salzarme Variante mit VE-Wasser kommt ohne dauerhaften Chemikalieneinsatz aus und ist in der Praxis besonders wartungsarm und korrosionssicher.
Wann muss die Patrone getauscht oder regeneriert werden?
Sobald der Leitwert am Ausgang ansteigt, ist das Mischbettharz beladen. Dann wird die Patrone getauscht oder das Harz regeneriert. Eine Leitwertüberwachung zeigt diesen Zeitpunkt zuverlässig an, bevor unbrauchbares Wasser durchbricht.
Kann man das Harz regenerieren lassen?
Ja. Erschöpftes Mischbett- und Teilentsalzungsharz lässt sich fachgerecht regenerieren und ist danach wieder voll aufnahmefähig – deutlich günstiger als Neukauf und ressourcenschonend. Nutzen Sie dafür unseren Regenerier-Service für Patrone und Harz im Austausch.
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