Häufige Fragen zur Entsäuerung von Brunnenwasser
1. Was bedeutet „Entsäuerung“ von Brunnenwasser?
Unter Entsäuerung versteht man die Anhebung eines zu niedrigen pH-Wertes im Brunnenwasser. Dies wird notwendig, wenn das Wasser sauer (pH < 6,5) ist – häufig durch CO₂-Überschuss oder natürliche Einflüsse. Saures Wasser ist korrosiv und kann Kupferrohre, Armaturen und Geräte angreifen.
2. Warum muss ein zu niedriger pH-Wert im Wasser angehoben werden?
Ein dauerhaft niedriger pH-Wert führt zu:
- Materialkorrosion (z. B. Lochfraß an Kupferrohren)
- Verfärbungen im Wasser durch Metallauflösung
- veränderter Wasserchemie und Trinkwasserqualität
- Beschädigungen an Pumpen, Kesseln, Boilern und Leitungen
Die Entsäuerung bringt das Wasser in einen neutralen, stabilen Bereich (pH 6,5–8,5).
3. Wie funktioniert eine Entsäuerungsanlage?
Entsäuerungsanlagen arbeiten nach dem Neutralisationsprinzip:
Das Wasser fließt durch ein Filtermaterial, das den pH-Wert anhebt – meist durch:
- natürlichen Kalkstein (z. B. Juraperle®, Dolomit)
- oder synthetische Materialien
Bei Bedarf kann zusätzlich Kalkmilch dosiert werden, um die Wirkung zu verstärken. Die Anlagen sind meist automatisch rückspülbar.
4. Wann ist eine Entsäuerungsanlage im Einfamilienhaus notwendig?
Wenn der pH-Wert des Brunnenwassers:
- unter 6,5 liegt,
- Korrosionsprobleme auftreten,
- oder Materialschäden im Leitungssystem festgestellt werden,
sollte eine Entsäuerung durchgeführt werden. Besonders bei der Nutzung von Kupferleitungen ist die pH-Anhebung zwingend erforderlich.
5. Welche Filtermaterialien kommen zur Entsäuerung zum Einsatz?
- Juraperle® / Dolomitkalk (natürlich, langsam löslich)
- Magnesiumoxid (schnellere Reaktion, höherer Wirkungsgrad)
- Kalkmilch (flüssige Dosierung, besonders für große Anlagen)
Die Auswahl hängt von pH-Ausgangswert, Wasserhärte und Anlagenart ab.
6. Wie oft muss das Filtermaterial gewechselt oder nachgefüllt werden?
Das hängt ab von:
- Wasserverbrauch
- Ausgangs-pH-Wert
- Art des Filtermaterials
In der Regel ist ein Nachfüllen alle 6–24 Monate notwendig. Rückspülbare Anlagen benötigen außerdem regelmäßige Spülzyklen, um das Material zu regenerieren.
7. Erhöht eine Entsäuerungsanlage die Wasserhärte?
Ja, durch die Lösung von Calcium- und Magnesiumverbindungen steigt die Gesamthärte des Wassers leicht an. In Gebieten mit weichem Wasser ist das sogar erwünscht.
Bei bereits hartem Wasser kann nachgeschaltet eine Enthärtungsanlage sinnvoll sein.
8. Kann ich eine Entsäuerungsanlage mit anderen Aufbereitungsstufen kombinieren?
Ja, häufig wird eine Entsäuerung kombiniert mit:
- Vorfilterung gegen Trübstoffe
- Enteisenung/Entmanganung
- Enthärtung
- UV-Desinfektion
So entsteht eine ganzheitliche Wasseraufbereitung, abgestimmt auf die jeweilige Brunnenwasserqualität.
9. Ist eine Wasseranalyse vor der Entsäuerung erforderlich?
Ja – nur durch eine Wasseranalyse lässt sich feststellen:
- pH-Wert
- freie Kohlensäure
- Karbonathärte
- begleitende Parameter wie Eisen oder Mangan
Diese Werte sind entscheidend für die richtige Dimensionierung und die Auswahl des geeigneten Filtermaterials.
10. Ist eine Entsäuerungsanlage im Trinkwasserbereich zulässig?
Ja. Die bei Kadotec eingesetzten Anlagen bestehen aus DVGW-konformen, lebensmittelechten Komponenten. Die eingesetzten Materialien sind für die pH-Korrektur im Trinkwasserbereich zugelassen und entsprechen den Anforderungen der Trinkwasserverordnung.